Der Dickschwanzgecko

Nephrurus (Underwoodisaurus) milii
Nephrurus (Underwoodisaurus) milii

Deutscher Name: Australischer Dickschwanzgecko

Wissenschaftlicher Name: Nephrurus (Underwoodisaurus) milii

Familie: Geckos (Gekkonidae)

Unterfamilie: Doppelfingergeckos (Diplodactylinae)

Schutzstatus: Keiner 

Herkunft: West- Südaustralien

Lebensraum: Offene Steppe und Trockenwald, wobei sie eher in sandigen und steinigen Abschnitten anzutreffen sind 

Lebensweise: Bodenbewohnend

Aktivitätszeit: Hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv

Größe: ca. 15 cm

Terrariengröße: Für eine Haltung von 1.1 sollten 60 x 40 x 40 cm nicht unterschritten werden.

Haltung: Dickschwanzgeckos sind sehr soziale Tiere, weshalb man sie am besten in einer Gruppe von mindesten drei Tieren hält. Es sollte sich dabei nie mehr als ein Männchen in der Gruppe befinden, da sie untereinander sehr unverträglich sind. Als Bodengrund wählt man am besten eine 5 - 8 cm hohe Schicht aus einem Sand-, Lehmgemisch. Es sollte mehrere Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen, dazu eignen sich besonders gut Tongefäße die unbeschichtet sind. Diese lassen sich sehr gut mit Wasser übergießen, damit ensteht im inneren ein perfekt feuchtes MikroKlima. Weitere Versteckmöglichkeiten sollten in Form von Wurzeln, Korkröhren und Stücken, Steinen oder künstlichen Höhlen angeboten werden. Desweiteren sollten verschiedene Klettermöglichkeiten und eine strukturierte Rückwand angeboten werden, um den Aktionsradius der Tiere zu vergrößern. Als Bepflanzung kann man entweder auf etwas künstliches oder auf echte Pflanzen zurückgreifen. Die Bepflanzung ist auch hier nebensächlich, da die Tiere auch aus sandigen und steinigen Gebieten kommen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 40 - 50% liegen. Die durchschnittliche Temperatur sollte zwischen 25 und 28 °C liegen, wobei es punktuell auch etwas mehr sein darf. Da die Tiere nachaktiv sind und somit kaum UV-B Bedarf haben, könnte man auf eine Bestrahlung verzichten. Ich selbst nutze allerdings Wärmelampen die eine UV-B Abstrahlung haben. Eine Beleuchtungsdauer von 12 Stunden im Sommer, 9 - 10 Stunden im Frühling und Herbst und 6 - 8 Stunden im Winter haben sich bei mir bewährt. Eine Winterruhe von zwei Monaten wirkt stimulierend auf die Fortpflanzung der Tiere und simuliert den natürlichen Jahreszeitenrhytmus. Für eine erfolgreiche Zucht ist diese bei dem milii's unabdingbar!Es sollten allerdings nur gesunde und gut genährte Tiere in die Winterruhe geschickt werden, da man in dieser Zeit fast vollständig auf die Fütterung verzichtet! Frisches Wasser darf in dieser Zeit aber keinesfalls fehlen!

Ernährung: Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben. Als Leckerbissen können Mehlwürmer, Zophobas oder  Wachsraupen gegeben werden. Die Tiere sollten dabei regelmäßig mit Vitamin- und Mineralstoffpräperaten eingestäubt werden, als sehr gut erwies sich dazu Korvimin - ZVT. oder Herpetal Complete T. Eine Calziumquelle sollte ständig angeboten werden, da gerade weibliche Tiere, in der Trächtigkeit, einen sehr hohen Calziumbedarf haben. Am einfachsten kann man dies mit einer zusätzlichen Schale im Terrarium realisieren, die man mit zerstoßener Sepiaschale füllt. Desweiteren kann man ab und zu Frubiase - Calzium geben. Dabei ist aber allerhöchste Vorsicht geboten, denn dieses flüssige Calzium kann man schnell ÜBERDOSIEREN was im schlimmsten Fall zum raschen Tod führt!

Fortpflanzung: Man sollte den Weibchen zur Eiablage eine Wetbox ins Terrarium stellen. Diese besteht aus einem Behälter, der die Größe einer 1 Liter Eispackung hat. Er sollte bemalt werden, um sich in die Einrichtung des Terrariums einzufügen. An einer Seite oder oben sollte sich ein Loch befinden, was die Größe eines Tischtennisballs hat. Es sollte möglichst dunkel sein, um dem Weibchen das Gefühl zu geben das sie sich in einer Höhle befindet. Als Substrat empfiehlt sich entweder eine Mischung aus Sand und Humus, Sphagnummoos oder Vermiculit, welches immer etwas feucht gehalten werden sollte. Durschnittlich 30 Tage nach der Paarung legt das Weibchen zwei weichschalige Eier. Diese sollten wenn möglich nach ca. einer Stunde dem Terrarium entnommen und einem Inkubator zugeführt werden. Bei einer Temperatur von 26 - 31 °C schlüpfen die Jungen nach 45 - 70 Tagen. Die Aufzucht der Jungen gestaltet sich sehr einfach. Man sollte sie in den ersten zwei Monaten einzeln und auf Zewa - Papier halten. Anschließend kann man sie auch in Gruppen von bis zu 4 Tieren halten. Dies allerdings nur bis dias erste Revierverhalten bei den Männchen auftritt oder es sonstige Streitigkeiten innerhalb der Gruppe gibt.  Wichtig ist, gerade bei den Jungtieren, das Calzium! Füttern tut man die Kleinen, nach ca. 4 - 5 Tagen, mit kleinen oder mittleren Griollen/Heimchen.

Besonderes: Bei drohender Gefahr stellen sich die Dickschanzgeckos auf, drücken den Rücken durch um dadurch größer zu wirken.Manchmal geben sie dabei auch"bellenede laute vonsich. Dies hat ihnen auch den Namen Barking Gecko eingebracht.

Bevor sie allerdings zur Flucht ansetzen, kommt es oft vor das sie sich mit einem kleinen Biß verabschieden ;)