Der Fuchsgesicht-Lidgecko

Deutscher Name: Fuchsgesicht-Lidgecko oder Catgecko

Wissenschaftlicher Name: Aeluroscalabotes

Schutzstatus: keiner

Herkunft: Süd-Ost-Asien (Thailand, Malaysia, Borneo)

Lebensraum: Tropischer Regenwald

Lebensweise: Boden- und Strauchbewohnend

Aktivitätszeit: Dämmerungs- und Nachtaktiv

Größe:
A. felinus: 10 - 12 cm, wobei 6 - 8 cm auf den Schwanz fallen. Männchen sind vom Körperbau deutlich zierlicher.
A. cf. dorsalis: 8 - 10 cm, wobei 4 - 5 cm auf den Schwanz fallen. Männchen sind vom Körperbau etwas zierlicher.

Terrariengröße: Für eine Gruppe von 1.2 sollte eine Größe von 60 x 50 x 60 cm nicht unterschritten werden. 

Ich halte allerdings die Männchen dauerhaft von den Weibchen getrennt. Die Eiablagen können so wesentlich entspannter für die Weibchen erfolgen und sie sind nicht ständig dem Paarungsdruck des Männchens ausgesetzt. Ich halte immer 1 -2 Weibchen zusammen. Da die Tiere nicht sehr aktiv sind und sich jeden Abend an den selben Stellen aufhalten, kann die Terrariengröße etwas kleiner als üblich gewählt werden. Ich halte z.B. zwei Weibchen in 60 x 45 x 55 cm. Dies kommt den Tieren sehr zu gute, denn sie sind keine wirklichen Jäger. Eher warten sie an ihrem bevorzugten Platz arauf, dass sich die Beute zu ihnen bewegt. Die Tiere sitzen immer etwas erhöht, um den umliegenden Boden gut überblicken zu können.

Die Männchen kommen zweimal im Jahr, für jeweils ca. drei Wochen zu den Weibchen.Hier versuche ich immer die Zeit zwischen zwei Eiablagen abzupassen. Den Rest der Zeit leben die Tiere einzeln.

Haltung: Als Bodengrund wählt man am besten ein ca. 3 cm hohes Gemisch aus Torf und Sand oder Waldboden, da diese die Feuchtigkeit gut halten. Auf den Bodengrund verteilt man großzügig Laub von Eiche oder Buche. 

Versteckmöglichkeiten in Form von hohlen Ästen und Höhlen am Bodeb sollten auf keinen Fall fehlen. Desweiteren sollten verschiedene Klettermöglichkeiten, in Form von ca. 1 - 3 cm dicken Ästen und eine strukturierte Rückwand angeboten werden, um den Aktionsradius der Tiere zu vergrößern. 

Als Bepflanzung kann man auf den üblichen Ficus und die schnell wachsende Efeutute zurückgreifen. Efeutute ist nach meiner Meinung die perfekte Bepflanzung für Aeluroscalabotes, denn sie wächst sehr schnell und dicht. Die Ranken haben die optimale dicke zum klettern und die Blätter werden so groß, dass die Tiere sich darunter verstecken können. Oftmals nutzen sie die Zwischenräume der Blätter als Schlafplatz.

Normalerweise benötigen die Tiere keinerlei Temperaturunterschiede im Sommer oder Winter, da ich aber noch andere Tiere mit im Raum pflege, habe ich im Winter niedrigere Temperaturen. Bis lang konnte ich keine Nachteile für die Tiere beobachten. Im Gegenteil, die Weibchen haben im Winter eine längere Tragzeit, sodass sie zu dieser Zeit nicht ganz soviel Substanz verlieren. 

Die Luftfeuchtigkeit liegt im Winter und im Sommer bei 70 - 95%. 

Die durchschnittliche Temperatur sollte im Sommer zwischen 24 und 28 °C und im Winter zwischen 22 und 26 °C liegen, wobei es punktuell auch 30 °C betragen kann. Eine Nachtabsenkung auf 17 - 18 °C im Winter und 20 - 21 °C im Sommer muss zwingend erfolgen. 

Da die Tiere nachaktiv sind und somit kaum UV-B Bedarf haben, könnte man auf eine Bestrahlung verzichten. Ich nutze bei einem Teil der Terrarien Leuchtmittel mit Uv - Abstrahlung und bei dem anderen Teil ohne UV, ohne dabei einen Unterschied an den Tieren feststellen zu können. Die Wahl der Futterzusätze scheint hier ausreichen zu sein, um den Tieren das nötige Calcium, Vitamin D3 usw. zur Verfügung stellen zu können. Eine Beleuchtungsdauer von 14 Stunden im Sommer, 10 - 12 Stunden im Frühling und Herbst und 8 Stunden im Winter haben sich bei mir bewährt. 

Ernährung: Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben. Als Leckerbissen können Mehlwürmer oder Bienenmaden gegeben werden. Ewas zu kleines Futter wird dabei besser angenommen, als zu große Futtertiere.

Die Tiere sollten dabei regelmäßig mit Vitamin- und Mineralstoffpräperaten eingestäubt werden, ich nutzte dazu CalcaMineral. Eine Calziumquelle sollte ständig angeboten werden, da gerade weibliche Tiere, in der Trächtigkeit, einen sehr hohen Calziumbedarf haben. Am einfachsten kann man dies mit einer zusätzlichen Schale im Terrarium realisieren, die man mit zerstoßener Sepiaschale füllt. 

Eine Schneckenfütterung, wie sonst bei Uroplatusarten bekannt, funktioniert auch bei den meisten Aeluroscalabotes sehr gut.

Desweiteren kann man ab und zu Frubiase - Calzium geben. Dabei ist aber allerhöchste Vorsicht geboten, denn dieses flüssige Calzium kann man schnell ÜBERDOSIEREN was im schlimmsten Fall zum raschen Tod führt! Eine Dosierung von einem Tropfen auf 10 g Tier und einer Gabe von zwei bis dreimal die Woche reicht dabei völlig aus. Dies sollte allerdings nur in Ausnahmefällen erfolgen

Fortpflanzung: Weibchen von Aeluroscalabotes sind mehr oder weniger produktiv und können im Jahr ca. 5 - 6 Gelege produzieren. Ein Gelege besteht meist aus zwei weißen, ovalen und ca. 20 x 10 mm großen Eiern. Die Eier werden ca. 2 - 3 cm tief vergraben. Die Tiere nutzen dazu meist die Blumentöpfe, bzw. die eingebrachte Eiablage-Schale. Da die Weibchen ihre Gelege meist noch 12 - 48 Stunden bewachen, fällt es dem Halter relativ einfach die Eiablage zu erkennen.

Die Inkubation bereitet mir momentan noch einiges an Kopfzerbrechen, da es immer wieder vorkommt, dass fertig entwickelte Jungtiere im Ei absterben. Deshalb konnte ich in all den Jahren keine 100% ige Schlupfrate erreichen. Die bislang erfolgreichste Methode erfolgt in Perlite, welches im Verhältnis 1:1,5 (Gewicht Perlite zu Gewicht Wasser) gemischt wird. Ich inkubiere momentan immer nur ein Gelege pro Box, um etwas experimentieren zu können. Ich konnte feststellen, dass sich die Schlupfrate deutlich erhöht, wenn man die Eier in der Inkubationsphase komplett in Ruhe lässt. Also kein Messen, Wiegen, Durchleuchten etc.

Wenn die Jungen dann schlüpfen verbleiben sie noch ca. 24 Stunden im Inkubator. Danach werden sie in flachen Braplast-Dosen untergebracht. Diese sind in der Anfangsphase sehr karg eingerichtet, ein paar Äste, eine Tonhöhle in die man oben Wasser einfüllen kann und Küchenpapier als Bodengrund. In der Tonhöhle herrscht eine sehr gute Luftfeuchtigkeit, durch das oberhalb befindliche Wasser.
Nach ca. 6-8 Wochen wird das Küchenpapier gegen normalen Bodengrund ausgetauscht und es kommen die ersten Pflanzenteile hinein. Weiter 6 - 8 Wochen später setze ich.die Tiere in hohe Braplastdosen um und bringe noch Laub mit ein. Im Laufe der Zeit wächst Größe der Boxen bzw. Terrarien mit der Größe der Tiere. Ich ziehe alle Jungtiere einzeln auf und habe bisher keine Verluste erleiden müssen. Wenn die Tiere denn schlüpfen, sind bislang auch alle groß geworden.

Nach 3 - 4 Tagen werden die Jungtiere erstmals mit kleinen Heimchen gefüttert. In der ersten Zeit fressen sie nur spärlich, was sich aber schnell ändert.

Besonderes: Momentan besteht die Gattung nur aus einer Art, nämlich Aeluroscalabotes felinus. Viele Forscher, und dem schließe ich mich an, gehen davon aus, dass es mindestens zwei Arten gibt. Die Unterschiede zwischen Tieren aus Thailand und Malaysia sind sehr deutlich, gegenüber Tieren von der Insel Borneo. Körperbau, Färbung und Zeichnung lassen hier den Schluß zu, dass es sich um Aelurosclabotes dorsalis handeln könnte.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und vermute, dass es sogar noch zwei Unterarten gibt. Denkbar wäre, dass Tiere aus der Region Johor (Tiere mit silbernen Augen) eine Unterart darstellen könnten.

Ich konnte auch Fotos von Tieren aus Borneo sehen, bei denen Tiere vom Körperbau, Färbung und Zeichnung A.dorsalis ähnelten aber braun-silberne Augen hatten. Eine Vermischung mit Tieren aus Johor ist für mich sehr unwarscheinlich, sodass ich hier auch von einer Unterart von A.dorsalis ausgehe. Vielleicht könnte es sogar eine dritte Art sein. Man sieht das diese Gattung noch viel Forschung bedarf.